WHU bringt berufsbegleitende BWL-Ausbildung für Juristen an den Start

Dass das Studium der Rechtswissenschaften überaus anspruchsvoll ist und weitreichende Kompetenzen vermittelt, steht außer Frage und ist allgemein bekannt. Mit dem zweiten Staatsexamen erwerben Juristen dann die Befähigung zum Richteramt und können anschließend als sogenannte Volljuristen als Richter, Rechtsanwalt, Staatsanwalt oder Notar Karriere machen. Doch längst nicht alle Absolventen streben einen klassischen juristischen Beruf an. Viele zieht es vielmehr in die Wirtschaft, wo juristischer Sachverstand allein aber nicht ausreicht. Wer eine Führungsposition im Management bekleiden will, profitiert zwar erheblich von fundierten rechtswissenschaftlichen Kenntnissen, ohne ökonomische Kompetenzen geht es aber auch nicht.

So kommt zuweilen der Studiengang Wirtschaftsrecht infrage, der nicht auf die erste juristische Prüfung vorbereitet, sondern Teil des gestuften Studienmodells ist. Wirtschaftsjuristen erwerben somit den Bachelor of Laws LL.B. oder Master of Laws LL.M.. Neben den Rechtswissenschaften machen dabei die Wirtschaftswissenschaften einen wesentlichen Teil der Studieninhalte aus und sorgen für eine breit gefächerte Qualifikation. Wirtschaftsjuristen mit Bachelor– beziehungsweise Master-Abschluss sind jedoch keine Volljuristen, was oftmals als großes Manko empfunden wird.

Lehrgang „CFB WHU – Certified in Finance & Business“ soll Juristen betriebswirtschaftliche Kompetenzen vermitteln

Die WHU – Otto Beisheim School of Management mit Sitz in Vallendar in Rheinland-Pfalz hat sich als private Wirtschaftshochschule auf die Qualifizierung von angehenden Führungskräften spezialisiert. Das Studienangebot umfasst Vollzeit- und Teilzeit-Studien, so dass auch Berufstätige hier die Chance haben, Führungskompetenzen für eine vielversprechende Karriere in der Wirtschaft zu erwerben. Aktuellen Medienberichten zufolge will die WHU ihr Studienangebot nun erweitern und richtet sich dabei speziell an Juristen, die sich betriebswirtschaftliches Fachwissen aneignen möchten. In diesem Zusammenhang soll die berufsbegleitende Ausbildung „CFB WHU – Certified in Finance & Business“ ab Herbst 2016 zur Verfügung stehen.

Der Lehrgang basiert zu einem großen Teil auf einem Selbststudium und kann somit durchaus auch als BWL-Fernstudium bezeichnet werden. Insgesamt gilt es dabei die folgenden vier Module zu absolvieren:

  • Buchführung
  • Portfoliomanagement
  • Unternehmensbewertung
  • Kapitalmarktanalyse

Obwohl die berufsbegleitende Ausbildung CFB WHU durchaus als Fernlehrgang bezeichnet werden kann und sich daher, wie für ein Fernstudium üblich, durch eine hohe Flexibilität auszeichnet, sind auch einzelne Präsenzen vorgesehen. So kommt jedes Modul mit einer jeweils zweitägigen Präsenz daher. Dies schränkt die Flexibilität zwar ein wenig ein, kann den Lerneffekt jedoch positiv beeinflussen. Insgesamt soll der Zeitaufwand bei 24 Tagen liegen und somit recht überschaubar sein.

Das BWL-Fernstudium CFB WHU, das auf akademischem Niveau angesiedelt sein soll, aber zu keinem akademischen Grad führt, soll sich in erster Linie an Anwälte richten, die ihre betriebswirtschaftlichen Kompetenzen ausbauen möchten. In Anbetracht der Tatsache, dass viele Juristen tagtäglich mit Betriebswirten zusammenarbeiten und in wirtschaftsrechtlichen Bereichen tätig sind, macht es Sinn, ergänzend zum juristischen Studium ökonomisches Know-How zu erwerben. Auf diese Art und Weise können Anwälte ihr Profil schärfen und zugleich ihre Karrierechancen steigern.

Tags:BWL

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